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Josef Budek

  
OLE BIENKOPP
  
OPERNLIBRETTO
in 2 Akten
nach Motiven des gleichnamigen Romans von Erwin Strittmatter

Berlin 1979 / 1980

Vorgestellt 1979 auf der 1. Musiktheater-Werkstatt des Verbandes der Theaterschaffenden der DDR in Berlin - mit großem Erfolg. Zunächst  nur ein Auftrag des Opernhauses Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), bekundeten nach diesem öffentlichen Vortrag noch folgende Theater ihr Interesse an der geplanten Ring-Uraufführung: Opernhaus Leipzig, Landestheater Halle/S, Komische Oper Berlin, Staatstheater Schwerin. Doch im Winter 1980/81 wurde vom Ministerium für Kultur das gesamte Projekt gestoppt.
Sogar Erwin Strittmatter wurde in der Kulturabteilung des ZK der SED zur Rücknahme seines Einverständnisses genötigt. (Das geschah im Zusammenhang mit den "Gesprächen" über seinen 3. Band des "Wundertäters".)
Als Komponist vorgesehen: Manfred Schubert (gest. 2011), der auch schon mit Entwürfen zur Partitur begonnen hatte. Ihm wurde jedoch ebenfalls von höherer Stelle davon abgeraten.
Das Libretto lag im VEB DEUTSCHER VERLAG FÜR MUSIK LEIPZIG. Der Verlag existiert nicht mehr.
1981 wollte das Theater Greifswald eine Schauspielversion herausbringen. Der Termin der Uraufführung war für Anfang Oktober, zum "Tag der Republik" in zwei Zeitungen schon angekündigt.
Der Vertrag mit mir war unterzeichnet, Gespräche mit der Dramaturgie und dem Regisseur fanden den Winter über statt, auch über die Rollen-Besetzung wurde gesprochen. Die Proben sollten im Februar 1981 beginnen. Bei einer Nachfrage beim Intendanten stellte sich heraus, daß sämtliche Vertagsunterlagen "verschwunden" waren - von höherer Stelle einkassiert. Mein Manuskript verschwand während der Hausduchsuchungen der Stasi nach meiner Verhaftung 1983. Geblieben ist mir ein Exemplar des Librettos als Leihmaterial des Deutschen Verlags für Musik als lila ORMIG-Kopie; fast verblichen, jetzt mühevoll abgeschrieben und auf DVD gesichert.
"Ole Bienkopp" war damit der einzige der großen DDR-Romane aus den frühen 60er Jahren, der nie den Weg auf die Bühne, ins Kino oder ins Fernsehen fand.

Interessiert der Bauer Ole Bienkopp heute noch jemanden?



©  Josef Budek,  Berlin                        * Seite 1  *                      weiter